Jesus sagt: Steh auf und geh!

Gespräch mit Räbin Rita:

Pfrin: Oh, Kinder, bei uns ist ja was los! Die Schulen haben zu und die Kindergärten. Konzerte und Messen fallen aus, die Fußballfans dürfen nur vorm Fernseher die Spiele angucken. In den Geschäften sind immer wieder Nudeln und Reis weg, oft auch das Klopapier. Und alle sind ganz unruhig. Rita Rabe wird hoffentlich gesund sein, so wie ihr! Aber wo ist sie nur??? Lasst uns mal laut nach ihr rufen. Ich zähle bis drei! Eins – zwei – drei: (gemeinsam mit den Kindern)  Rrrrriiiiiittttttaaaaa ….

Räbin:  Ich bin doch schon da, Frau Krakau. Hab nur unten erst mal an der Kirchentür geguckt, ob da ein Zettel hängt, ob die KinderKirche stattfindet oder nicht. Dann wäre ich nämlich schnell wieder zurück in den Kirchturm geflogen und hätte mich ins Nest gekuschelt.

Pfrin:   Aber Rita, die Glocken haben doch geläutet. Das heißt doch, dass Gottesdienst ist.

Räbin:  Jeden Samstagabend läuten die Glocken auch um sieben Uhr und trotzdem war dann sonntags kein Gottesdienst – alles nur wegen dem Virus …

Pfrin:   Ja, Rita, aber das mit dem Virus ist ja auch nicht so einfach. Da sind viele Menschen krank geworden und mache sogar schwer krank und es sind auch welche gestorben. Das ist alles nicht so einfach. Ich habe auch lange überlegt, ob ich die KinderKirche wieder absage, aber den Kindern ist bestimmt zu Hause langsam langweilig, weil die Schulen und Kindergärten hier in Übach-Palenberg zu haben.

Räbin:  Ja, mir ist auch langweilig, weil kaum Autos hier vorbeifahren und gar keine Kinder mehr vorbeikommen und das Klettern im Kirchturm auch seit Karneval ausfällt.

Pfrin:   Aber nun sind wir hier. Lass uns mal über was anderes reden. Obwohl – in der KinderKirche heute geht es auch um einen Kranken.

Räbin:  Oh, wird er wieder gesund?

Pfrin:   Warte ab, Rita. Ich erzähle euch eine Geschichte, die ihr mitspielen könnt, wenn ihr die Sachen zu Hause habt, die wir dazu brauchen. Hab alles aufgeschrieben.

Räbin:  Na, dann fang doch mal endlich an, Frau Krakau, ich bin schon ganz neugierig! Und die Kinder bestimmt auch.

Pfrin:   Setz dich hin, liebe Rita, damit wir singen können.

Lied: „Die Kerze brennt“
Die Kerze brennt, ein kleines Licht,
wir staunen und hören: „Fürchte dich nicht“,
erzählen und singen, wie alles begann,
in Gottes Namen fangen wir an.

Bibelgeschichte vom gelähmten Mann:
Material: blaues Tuch, Bausteine (je drei pro „Tor“: 2 als Säulen, 1 als Dach), 7 kleine Stoffstücke, mindestens 12 Kegelfiguren (oder Playmobil- bzw- Legofiguren; eine als „Jesus“ gekennzeichnet), 1 weiße Feder
Ich erzähle euch eine Geschichte von vielen kranken Menschen und wie einem geholfen werden konnte. Ihr könnt dabei mitmachen und die Sachen passend zu Geschichte zu Hause auf den Boden legen.
Das ist der Teich Betesda. (Blaues Tuch in die Mitte legen.)
Der liegt in der Stadt Jerusalem ganz in der Nähe eines Stadttores. Drumherum sind fünf Hallen, die von Säulen getragen werden. (mit Bausteinen „Säulen“ aufstellen.)
In den Hallen sind immer viele Menschen. Die sitzen oder liegen auf Matten (7 kleine Stoffstücke als Matten und 7 Kegel-, Playmobil oder Legofiguren als Menschen aufstellen bzw. legen. Dabei erzählen:)
Dieser hier kann nicht laufen. Seine Beine wollen ihn einfach nicht tragen.
Der hier ist blind, er kann nicht sehen.
Dieser hier hat einen ganz krummen Rücken und kann sich nicht aufrichten.
Der hier kann nichts hören.
Und dieser hier ist immer nur traurig und kann deshalb gar nichts tun.
Der da hat nur einen Arm.
Und dieser hier fällt immer wieder um.
Alle diese Menschen sind jeden Tag hier.
Sie essen in den Hallen und schlafen sogar dort. Denn sie warten. Sie warten darauf, dass das Wasser vom Teich sich bewegt.
Dann versucht jeder ganz schnell ins Wasser zu kommen. Denn die Menschen sagen: „Wenn das Wasser sich bewegt, dann hat ein Engel Gottes das Wasser berührt. Und wer danach als erster im Wasser badet, der wird gesund.“ (Feder auf den Teich legen.)
Eines Tages kommt Jesus mit seinen Jüngern in die Hallen am Teich Betesda. (Jesusfigur und Jüngerfiguren dazustellen.)
Jesus sieht sich um. So viele kranke Menschen hier.
Gleich in seiner Nähe liegt einer auf seiner Matte. Jesus erkennt: Der liegt bestimmt schon viele Jahre hier. Jesus fragt den Mann: „Willst du gesund werden?“
Der Mann muss erst einmal überlegen.
So eine Frage hat ihm noch niemand gestellt. In all den 38 Jahren, die er schon krank ist. Ob er gesund werden will? Natürlich will er das. Oder etwa nicht?
„Wenn ich gesund bin“, überlegt der Mann, „dann kann ich wieder laufen und überall hingehen. Ich kann wieder arbeiten und Geld verdienen und muss nicht mehr betteln. Ich bin auch nicht mehr darauf angewiesen, dass andere mir helfen. Ich kann dann anderen helfen. Wenn ich gesund bin, dann kann ich aber auch nicht mehr hier bleiben. Hier am Teich Betesda sind ja nur die Kranken. Aber sie sind in all den Jahren auch meine Freunde geworden. Wenn ich gesund bin, dann muss ich mir eine andere Bleibe suchen, wo ich wohnen und leben kann. Ohne meine Freunde. Und niemand wird mir mehr etwas zu essen schenken und mir helfen. Wenn ich gesund werde, dann ändert sich alles. Mein ganzes Leben ändert sich. Ob ich das dann auch schaffe?“
Und er sagt zu Jesus: „Herr, ich habe ja niemanden, der mich zum Becken trägt, wenn das Wasser sich bewegt. Da ist immer schon einer vor mir da. Und der wird dann gesund.“
„Steh auf!“ sagt Jesus zu dem Mann. „Nimm deine Matte und geh!“
Der Mann sieht Jesus an und zögert. Er denkt: „Meint der das ernst? Ich soll aufstehen und losgehen?“
Jesus sieht ihn immer noch an.
„Na gut! Dann versuche ich es eben!“
Und der Mann steht auf, nimmt seine Matte und geht. Er geht fort vom Teich Betesda. Er steht auf und lässt sein altes Leben hinter sich. Er beginnt ein neues Leben.
(Figur mit Matte fortgehen lassen.)
Das war die Geschichte aus der Bibel. Da ist alles für den Mann gut gegangen, weil er daran geglaubt hat, dass Jesus helfen kann. Jesus hat nicht alle gesund gemacht in der Geschichte. Und auch heute werden nicht alle Menschen gesund, aber sie können ihm alles sagen und er hört zu.

Jetzt beten wir: Vaterunser
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied: „Halte zu mir, guter Gott“
1. Halte zu mir guter Gott, heut den ganzen Tag.
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.
Halte zu mir, guter Gott, heut den ganzen Tag
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

2. Du bist jederzeit bei mir, wo ich geh und steh,
spür ich, wenn ich leise bin, dich in meiner Näh.
Halte zu mir, guter Gott, heut den ganzen Tag.
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

3. Gibt es Ärger oder Streit und noch mehr Verdruss,
weiß ich doch, du bist nicht weit, wenn ich weinen muss.
Halte zu mir, guter Gott, heut den ganzen Tag.
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

4. Meine Freude, meinen Dank, alles sag ich dir.
Du hältst zu mir, guter Gott, spür ich tief in mir.
Halte zu mir, guter Gott, heut den ganzen Tag.
Halt die Hände über mich, was auch kommen mag.

Dieser Beitrag wurde am von unter KinderKirche veröffentlicht.

Über Angelika Krakau

Geboren (1962) und aufgewachsen in Kirchen/Sieg; Studium in Berlin und Bonn; Vikariat in Schöneberg (Kreis Altenkirchen); Pfarrerin z.A. in Winningen/Mosel; Pfarrerin: 1994-1998 KGM Würselen; 1998-2011 KGM Herzogenrath; seit 2012 KGM Übach-Palenberg; verheiratet, drei Söhne

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