„Kann man mich hören?“ – Erste Presbyteriumssitzung in Coronazeiten

Irgendwie hatten wir uns sicherlich das erste Gruppenfoto unseres neuen Presbyteriums doch anders vorgestellt … Am 22. April 2020 hat das neugewählte Leitungsgremium unserer Kirchengemeinde zum ersten Mal getagt. Denn schließlich gibt es auch in diesen Wochen Dinge, die besprochen und entschieden werden müssen.

Nach der „fernmündlichen“ Einführung der Presbyterinnen und Presbyter im März nun also die zweite Premiere: eine Presbyteriumssitzung per Videokonferenz. Eine Gesetzesänderung, die im Januar dieses Jahres erfolgt ist, erwies sich nun als ausgesprochen nützlich. So können wir uns auch dann treffen, wenn wir zumindest räumlich Distanz wahren müssen. Und auch, wenn diese Art der Sitzung für fast alle sehr ungewohnt war, hat das der guten Stimmung keinen Abbruch getan, wie man an den Gesichtern der Presbyteriumsmitglieder unschwer erkennen kann. (Leider sind auf dem Bild nicht alle zu sehen, die da waren …)

Inhaltlich ging es natürlich vor allen Dingen darum, wie sich Gemeindearbeit in Coronazeiten gestaltet. So etwa um die Frage, wie es mit Gottesdiensten weitergeht, wenn diese vielleicht ab Mai eingeschränkt wieder erlaubt sind. Die überwiegende Meinung ging dahin, dass wir erst einmal in der gegenwärtigen Form weiterarbeiten: Andachten für jeden Sonn- und Feiertag finden sich im Gemeindebrief und hier im Blog, sollen aber auch in Tüten „zum Mitnehmen“ vor den Kirchen aufgehängt werden, und weiterhin soll es YouTube-Gottesdienste geben. Erst dann, wenn es wirklich gesundheitlich unbedenklich ist, Präsenz-Gottesdienste zu feiern, und wenn es auch wieder in einem „würdigen“ Rahmen möglich ist, wollen wir das dann auch tun.

Dass Gottesdienste ausfallen, hat auch anderswo spürbare Folgen: Die Kollektengelder fehlen. Vor Ort mag das vielleicht jeweils nur ein kleiner Betrag sein, aber landeskirchenweit summieren sich die Kollekten auf in der Regel 50.000 bis 70.000 €. Das ist bitter für die kirchlichen und diakonischen Projekte, die die Zuwendungen aus Kollekten fest eingeplant hatten. Das Presbyterium hat daher beschlossen, aus Haushaltsmitteln für jeden ausgefallenen Gottesdienst einen Betrag von 100 € den jeweiligen Projekten zukommen zu lassen – Solidarität ist gerade in diesen Zeiten gefragt!

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Über Christian Justen

Geboren 1970 in Traben-Trarbach. Aufgewachsen in Irmenach (Hunsrück). Studium in Wuppertal und Bonn. Vikariat in Mülheim an der Ruhr. Probedienst in der Eifel, an der Mosel und auf dem Hunsrück. 2006 bis 2014 Pfarrer in Birkenfeld (Nahe). Seit 2014 Pfarrer in Übach-Palenberg.

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