Wie es nach Ostern weitergegangen ist!

Pfrin: Guten Tag, liebe Rita. Schön, dass du zu mir in die Kirche gekommen bist. Die Kinder dürfen ja immer noch nicht zur Kinderkirche kommen. Darum reden wir beide einfach miteinander und ich erzähle dazu – wie immer – eine Geschichte aus der Bibel.
Rita: Ach, Frau Krakau, ich weiß nicht, ob du heute eine passende Geschichte hast. Ich bin gerade ziemlich traurig.
Pfrin: Was ist denn los, Rita?
Rita: Ach, Frau Krakau, ich denke gerade an die Zeit als meine Oma gestorben ist. Das ist zwar schon eine Weile her, aber gerade ist es so, als ob es gestern passiert wäre. Und irgendwie ist es so als wenn alles dunkel wäre, auch wenn die Sonne draußen so doll scheint und es richtig warm ist. Eigentlich ist der Frühling so schön bunt und hell. Aber in mir ist alles grau und dunkel.
Pfrin: Das kenne ich Rita, wenn jemand gestorben ist, den wir sehr, sehr lieb haben, ist die Welt mit einem Mal ganz dunkel. Und es gibt Tage, auch wenn der Tod schon eine Weile her ist, wenn wir dann nochmal daran denken, dann ist es wieder so. Und wir sind wieder ganz, ganz traurig.
Rita: So geht es mir jetzt, Frau Krakau. Und ich wünsche mir, dass meine Oma wieder da wäre und sie ihren leckeren Käsekuchen backt. Ich habe zwar das Rezept, aber der Kuchen schmeckt nicht so gut wie bei meiner Oma.
Pfrin: Das denkst du sicher nur, Rita. Aber dass man sich jemanden, denn man sehr lieb hat, wieder zurückwünscht, das kann ich verstehen. Denn ohne denjenigen weiß man nicht mehr weiter. Den Jüngern von Jesus ist es auch so ergangen nach seinem Tod an Karfreitag. Zurück in ihr altes Leben zu ihren Familie wollten nicht alle und so weiterleben wie mit Jesus das haben sie sich nicht getraut.
Rita: Das verstehe ich jetzt aber nicht. Frau Krakau, du hast mir – und den Kindern – doch an Ostern die Geschichte von seiner Auferstehung erzählt. Da sind doch Maria und Maria Magdalena zu seinem Grab gegangen und das war doch leer. Und der Engel hat gesagt, dass er lebt. Und die Frauen haben das doch den Freunden von Jesus weitergesagt. Haben die das denn nicht geglaubt?
Pfrin: Das hast du dir aber gut behalten, Rita. Die Jünger konnten es tatsächlich nicht so richtig glauben, was die Frauen ihnen erzählt haben. Es war einfach so vieles passiert! Aber ich will dir mal erzählen, was zwei Jünger erlebt haben als sie sich auf den Weg nach Emmaus gemacht haben, das ist ein Dorf in der Nähe von Jerusalem.

Rita: Die haben sich an Jesus erinnert. Wie er das Brot auseinandergebrochen hat und sie miteinander gegessen haben.
Pfrin: Richtig, Rita. Und sie waren nicht mehr traurig. Die Erinnerung hat ihnen gut getan. Und dass sie wussten, dass er von den Toten auferstanden ist, dass er nicht mehr in dem Grab war.
Rita: Und obwohl er nicht bei ihnen geblieben ist, haben sie sich gefreut. Eigentlich so wie ich, wenn ich an eine lustige Begebenheit mit meiner Oma denke. Weißt du, Frau Krakau, ich hab sie sooooo lieb, auch wenn ich sie nicht mehr bei mir habe.
Pfrin: Das ist auch gut so. Und Rita, weißt du, in deinem Herzen ist sie doch noch immer. Darum hast du sie immer bei dir.
Rita: Das stimmt Frau Krakau. Dankeschön für die Geschichte mit den Jüngern. Tschüss bis zum nächsten Mal hier in unserer Kirche und bei Eurem Blog.

Dieser Beitrag wurde am von unter KinderKirche veröffentlicht.

Über Angelika Krakau

Geboren (1962) und aufgewachsen in Kirchen/Sieg; Studium in Berlin und Bonn; Vikariat in Schöneberg (Kreis Altenkirchen); Pfarrerin z.A. in Winningen/Mosel; Pfarrerin: 1994-1998 KGM Würselen; 1998-2011 KGM Herzogenrath; seit 2012 KGM Übach-Palenberg; verheiratet, drei Söhne

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