Nahe bleiben auf Distanz – Kirche in Zeiten des Lockdowns

Nun kommt also das, was viele befürchtet haben, von dem viele aber auch hofften, es würde uns erspart bleiben: Ab dem 2. November befinden wir uns wieder in einem Lockdown. Auch wenn er nicht ganz so umfassend ausfällt wie der Lockdown im Frühjahr dieses Jahres, so ist doch sehr klar: Für sehr viele Menschen ist dies ein harter, ein sehr harter Schlag. Zwar hat die Politik versprochen, viel Geld in die Hand zu nehmen, um die wirtschaftlichen Schäden für die Betroffenen abzumildern. Doch ob das reichen wird? Für nicht wenige wird es jetzt wieder um die wirtschaftliche Existenz gehen.

Besonders betroffen sind vor allem Kultureinrichtungen, Gastronomie und Hotellerie. Die Wut und Enttäuschung über den Lockdown sind da mehr als nachvollziehbar. In den letzten Tagen mehren sich aber auch die Fragen: Warum müssen Restaurants schließen, während Gottesdienste stattfinden dürfen? Um ehrlich zu sein: Ich weiß darauf auch keine Antwort. Es kann nicht an den Schutz- und Hygienekonzepten liegen. Denn die sind bei den allermeisten Betrieben vorhanden und werden in der Regel vorbildlich eingesetzt – so wie es auch in evangelischen Kirchengemeinden der Fall ist. Natürlich, „schwarze Schafe“ gibt es immer und überall. Aber sie sind nach meiner (sehr subjektiven!) Einschätzung doch wohl eher in der Minderheit.

Was uns allen aber auch klar sein muss: Selbst die besten Schutz- und Hygienekonzepte können keine hundertprozentige Sicherheit bieten, zumal bei den gegenwärtig stark angestiegenen Fallzahlen!

Die Evangelische Kirchengemeinde Übach-Palenberg hat von Beginn der Pandemie an immer sehr großen Wert darauf gelegt, alles ihr Mögliche zu tun, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern oder zumindest einzuschränken. Im Frühjahr waren wir vermutlich die erste Kirchengemeinde bundesweit, die alle Präsenzangebote einschließlich der Gottesdienste eingestellt hat. Monatelang haben wir mit zum Teil überaus großer Kraftanstrengung versucht, dennoch auf anderen Kanälen bei den Menschen präsent und mit ihnen im Kontakt zu bleiben: per Telefon, über Internet, durch Abholangebote u.v.m. Erst im Sommer haben wir langsam mit einer Öffnung begonnen.

Es war aber nur konsequent, dass wir vor drei Wochen, als in Übach-Palenberg die 7-Tage-Inzidenz deutlich über die Marke von 50 gestiegen ist, auch entsprechend reagiert haben. (Mittlerweile liegt der Wert bei über 200!) Das Presbyterium hat in seiner letzten Sitzung die Lage ausführlich besprochen und folgendes beschlossen:

  • Für die Dauer des gegenwärtigen Lockdowns, mindestens aber bis Ende November 2020, finden keine Präsenzangebote statt. Das betrifft insbesondere auch die Gottesdienste.
  • Ausnahme: Die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit dürfen stattfinden, aber mit erheblich reduzierter Teilnehmerzahl (maximal 4 Kinder oder Jugendliche) und unter strengster Beachtung der Abstands- und Hygienevorschriften. Das Offenhalten dieser Angebote wird von Land und Kreis gefordert! Nähere Informationen finden Sie auf der Webseite der Kinder- und Jugendarbeit: https://www.trust-uep.de
  • Bis auf Weiteres werden Gottesdienste wieder aufgezeichnet und auf dem YouTube-Kanal der Kirchengemeinde veröffentlicht.

Auch wenn wir wieder auf Distanz gehen: Wir sind trotzdem da und ansprechbar. Rufen Sie an oder schreiben Sie uns!

Und: Ohren steif und die Füße still halten. Wir schaffen das! Wer sonst, wenn nicht wir?

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Über Christian Justen

Geboren 1970 in Traben-Trarbach. Aufgewachsen in Irmenach (Hunsrück). Studium in Wuppertal und Bonn. Vikariat in Mülheim an der Ruhr. Probedienst in der Eifel, an der Mosel und auf dem Hunsrück. 2006 bis 2014 Pfarrer in Birkenfeld (Nahe). Seit 2014 Pfarrer in Übach-Palenberg.